Umgang mit Chemikalien
Vereinfachte Definition
Säuren sind chemische Verbindungen, die in wässriger Lösung einen niedrigen pH-Wert zeigen. Je saurer, desto niedriger ist der pH-Wert.
Laugen (Alkalien) sind demzufolge chemische Verbindungen, die in wässriger Lösung einen hohen pH-Wert zeigen. Je alkalischer, desto höher ist der pH-Wert.
Ist ein Produkt sauer oder alkalisch?
Ein Blick ins Sicherheitsdatenblatt (Punkt 9, physikalische Daten) bringt Aufschluss. Ist kein SIDA zur Hand genügt eine Prüfung mit pH-Mess-Stäbchen. Nach Eintauchen in die Flüssigkeit zeigt sich eine entsprechende Farbveränderung der Stäbchen, die mit der Skala an der Packung verglichen wird. Der pH-Wert ist dann ablesbar.
pH-Wert 7 = neutral
pH-Wert 6 - 0 = zunehmend sauer
pH-Wert 8 - 14 = zunehmend alkalisch
Gefahren
Je stärker eine Säure oder eine Lauge ist, desto eher können sie bei Körperkontakt Reizungen bzw. Verätzungen hervorrufen. Extrem gefährlich sind heiße Lösungen von Tendroxi 100. Generell sind die Sicherheitshinweise auf dem Etikett und im EG-Sicherheitsdatenblatt zu beachten! Besonderer Schutz gilt den Augen, der Haut und den Atemwegen.
Einige Säuren stellen in Wasser gelöste Gase dar, Beispiele: Chlorwasserstoff bildet mit Wasser Salzsäure (enthalten in Fix Scale ES), Fluorwasserstoff bildet mit Wasser Flusssäure. Über die reizende / ätzende Wirkung hinaus sind Säuren dieser gelösten Gase sehr flüchtig und können beim Versprühen durch Luftbewegung auf den Körper gelangen oder Schleimhäute und Atemwege angreifen. Fluorwasserstoff / Flusssäure ist zudem nicht nur ätzend sondern auch stark giftig! Diese Gefahr darf nicht unterschätzt werden, ein Kontakt ist in allen Fällen unbedingt zu vermeiden!
Chlorhaltige Produkte (Mouldex S3) dürfen niemals mit Säuren oder sauren Reinigungsprodukten in Berührung kommen! Geschieht dies dennoch, entsteht sofort eine große Menge Chlorgas, was zu schweren Unfällen und im Extremfall sogar zu Todesfällen führen kann! Bei der Anwendung der genannten Produkte darf weder unmittelbar vorher noch anschließend mit einem sauren Produkt gereinigt werden.
Reaktionen mit anderen Stoffen
Es ist bekannt, dass Säuren Metalloberflächen angreifen und an eisenhaltigen Legierungen Korrosion begünstigen können. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass auch stark alkalische Produkte Metalle angreifen können. Besonders empfindlich gegenüber Säuren und Laugen reagieren Metalloberflächen aus Zink oder Aluminium. Sowohl bei Einwirkung von Säuren wie auch Alkalien können diese Metalle rasch angegriffen werden, wobei zudem als Reaktionsprodukt Wasserstoff entsteht, der zusammen mit Luft ein hochentzündliches Gemisch erzeugt. Hier ist besondere Vorsicht geboten und auf ausreichende Verdünnung, sehr kurze Einwirkzeiten und ausreichende Belüftung zu achten.
Flusssäurehaltige Produkte können schon nach kurzer Einwirkzeit Glas, glasierte Oberflächen und Keramik angreifen.
Umweltverträglichkeit
Säuren und Laugen dürfen nicht ins Erdreich oder in Gewässer gelangen.
Vereinfachte Definition
Oberbegriff: Kohlenwasserstoffe. Alte Bezeichnung: Lösungsmittel. Flüssige organische Stoffe und deren Mischungen, die dazu dienen, andere Stoffe zu lösen oder zu verdünnen, ohne sie chemisch zu verändern. Lösemittel können wassermischbar oder nicht wassermischbar sein und weisen eine mehr oder weniger ausgeprägte Flüchtigkeit und Brennbarkeit auf.
Gefahren
Lösemittel wirken bei Einatmen, Aufnahme durch die Haut und besonders bei Verschlucken gesundheitsschädlich. Sie wirken narkotisch, berauschend. Es können Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit auftreten, ähnlich den Symptomen nach Alkoholkonsum (Vorsicht Autofahrer!). Aufnahme in geringeren Mengen über einen längeren Zeitraum können das Zentralnervensystem, Leber und Nieren schädigen. Bei der Aufnahme hoher Mengen in kurzer Zeit (unzureichende Belüftung) können Betroffene ohnmächtig werden. Dies gilt besonders bei der Verwendung von dichlormethanhaltigen Produkten (Colorex 31). Dichlormethan ist chemisch dem Chloroform verwandt und hat narkotisierende Eigenschaften. Ohne sofortige Hilfe besteht Gefahr eines Atemstillstands. Bei Verschlucken von Lösemitteln ist ebenfalls eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig.
Lösemittel sind in der Regel leicht entzündlich. Konzentrieren sich infolge unzureichender Belüftung Lösemittel in der Arbeitsatmosphäre, entstehen explosive Dampf-Luftgemische.
Reaktionen mit anderen Stoffen
Lösemittel für Reinigungszwecke reagieren chemisch nur selten mit anderen Stoffen. Physikalisch gesehen können sie jedoch je nach Zusammensetzung empfindliche Materialen angreifen, z. B. bestimmte Kunststoffe (Plexiglas / Acrylglas, Polystyrol, ABS…), lackierte Oberflächen.
Bei Kontakt von Colorex 31 mit empfindlichen Metallen (z. B. Eisen, Zink, Aluminium) ist Vorsicht geboten. Durch den Säureanteil in Colorex 31 kann es an der Oberfläche zu einem Angriff kommen.
Achtung: Weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass Dichlormethan auch ohne jegliche Zusätze von Säuren enthalten zu müssen, durch Aluminium und Leichtmetalllegierungen in feinverteilter Form (Späne, Pulver) über eine chemische Reaktion zersetzt werden kann. Eine solche Zersetzung kann sich unter besonders ungünstigen Umständen auch explosionsartig ereignen. Dichlormethan zur Entfettung / Entlackung kommt stabilisiert in den Handel, Eine solche Reaktion ist zwar kaum zu erwarten, kann jedoch nicht ganz ausgeschlossen werden. Also: Späne und Pulver von Leichtmetallen nicht in den Colorex 31 gelangen lassen, Teil vor Entlackung von solchen Anhaftungen befreien.
Umweltverträglichkeit
Lösemittel dürfen nicht ins Erdreich, in Gewässer oder in die Kanalisation gelangen (Ausnahme alkoholhaltige Glas- und Unterhaltsreiniger). Besonders für chlorierte Kohlenwasserstoffe (Dichlormethan) gilt zusätzlich, dass infolge der geringen Abbaubarkeit (Ozonschichtschädigung) eine Freisetzung in die Atmosphäre vermieden werden muss.
Grundsätze
Saure und alkalische Produkte gemäß den Anwendungshinweisen verdünnen. Richtig ist, das jeweilige Produkt zum Verdünnen ins Wasser zu geben - nicht umgekehrt. So können z. B. einige konzentrierte Säuren mit erheblicher Wärmeentwicklung reagieren, wenn man es umgekehrt macht.
Merksatz: "Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure."
Säuren und Laugen neutralisieren sich gegenseitig. Sie sollen daher grundsätzlich nicht miteinander in Berührung kommen, es sei denn es handelt sich um eine gewollte Abwasserneutralisation. Dann dürfen Säuren und Laugen allerdings nur in vorverdünnter Form vermischt werden.
Merksatz: "Kippst Du Säuren in die Laugen, spritzen sie Dir in die Augen."
Lösemittel bilden mit Luft leicht entzündliche Gemische und sind überwiegend gesundheitsschädlich. Nicht vernebeln und Zündquellen fernhalten, nicht rauchen! Nur bei ausreichender Arbeitsplatzbelüftung anwenden oder Atemschutz tragen.
Gefahren / Schutzausrüstung / Schutzmaßnahmen
Die Hinweise zu den jeweiligen Produkten auf dem Etikett und im EG-Sicherheitsdatenblatt basieren auf gesetzlichen Vorschriften. Sie sind unbedingt zu beachten und spätestens vor der ersten Anwendung durchzulesen, bei Fragen Rücksprache halten. Die Benutzung von Schutzausrüstungen / Schutzbrille / Schutzkleidung wird nicht ohne Grund vorgeschrieben und sollte keinesfalls für unnötig erachtet werden. Beispiel: Ein Spritzer heiße Tendroxi 100-Lösung im Auge kann innerhalb weniger Sekunden zur Erblindung führen und ist extrem schmerzhaft! Denken Sie an die vielen schönen Dinge, die Sie dann nicht mehr sehen und an Ihren Beruf, den Sie dann nicht mehr ausüben können!
Schutzbrille und Schutzhandschuhe (aus Gummi für wässrige Lösungen, aus PE für Lösemittel) werden dringend zur Verwendung empfohlen!
Reaktionen mit anderen Stoffen
Bei unbekanntem Materialverhalten in Verbindung mit der Anwendung von Säuren, Laugen und Lösemittel Vorversuch an unauffälliger Stelle oder auf Musterstück vornehmen.
Das Vermischen unterschiedlicher Produkte miteinander kann zu völlig neuen und unbekannten Eigenschaften führen. Es birgt auch die Gefahr unkontrollierter chemischer Reaktionen und ist daher verboten.